Camayo führt in die peruanischen Anden und ins Quechua. Dort bezeichnet kamayuq jemanden, der etwas wirklich beherrscht und dafür Verantwortung trägt: Fachperson, Verwalter und Behüter in einem. Oder nerdiger gesagt: ein Admin aus einer Zeit, in der Datenbanken noch aus Khipu-Knoten und Netzwerke aus Inka-Strassen bestanden.
Ein 400 Jahre alter Jobtitel
Die Spur zur Herde führt über ein Quechua-Wörterbuch von 1608. Es kennt den llama camayoc: den verantwortlichen Hirten, dem eine Herde anvertraut war. Wenige Jahre später schrieb der Peru-Chronist Martín de Murúa von llama camayos, welche die Herden des Inka hüteten. Und der Jobtitel hat ein modernes Update bekommen: Als paqocha kamayoq kümmern sich lokale Fachleute heute um Gesundheit, Zucht und Wohlergehen von Alpakas. Ein erstaunlich langlebiges Berufsprofil.
Warum steckt ein Alpaka in der Sprechblase?
Weil bei Camayo die Menschen die Alpakaherde sind und wir ihre digitalen kamayuq. Ihr redet, plant, diskutiert und schweift gelegentlich fachgerecht ab. Wir achten im Hintergrund darauf, dass die Herde zufrieden ist, ihre Daten und Gespräche behütet bleiben und alle in Ruhe miteinander reden können. Heu gibt es keines; dafür ein geschütztes Plätzchen, viel Fürsorge und Hirten, die ihre Alpakas natürlich lieben – auch jene mit besonders vielen offenen Tabs.
Von kamayuq zu Camayo
Heute schreibt man im Quechua meist kamayuq oder kamayoq; in alten spanischen Quellen finden sich camayoc und sogar camayo. Genau dort setzt unser Name an: geschrieben Camayo, gesprochen „ka-MA-jo“. Das Alpaka ist deshalb kein zufälliges Maskottchen, sondern unser kleinstes Organigramm: die Herde mitten im Gespräch – und ihre Hirten gleich dahinter.
Quellen: Quechua-Wörterbuch von 1608, Chronik von Martín de Murúa, Kulturinstitut Cusco, Paqocha kamayoq heute.